5. Januar 2012

Konzerte / Filme 2011

KONZERTE
Für das Jahr 2011 beginn ich nicht mit dem Zweifel, die besten Konzerte verpasst zu haben (siehe hier), sondern mit dem Ausruf: Ich habe das beste Konzert gesehen! Arcade Fire im Rahmen des Southside Festivals (17.-19.6.) war perfekt, trotz Festival (gemütlich vorne gestanden), trotz Regen (passend zum Sound). Zuletzt Wake Up als Zugabe, ein Traum. Auf das Festival zu gehen war für mich als notorischer Festival-Vermeider eine Überwindung, das Line-up 2011 trieb mich dann doch hin. The Chemical Brothers, Bright Eyes, Foo Fighters, Converge, Warpaint und noch einige andere mehr (Portishead) oder weniger gute (Jimmy Eat World) Bands dazu – das passte.


Antitainment im ://about blank in Berlin (21.4.). Upgefuckter Schuppen in Friedrichshain, geniale innovative Elektro-Hardcore-Band, davor noch ein paar Drinks am nicht weit entfernten Spreeufer zur untergehenden Sonne. Genial.

Nachdem Atari Teenage Riot in Winterthur (21.5.) eher eine Enttäuschung war (langweiliges Publikum, leiser Sound, schlechte Location), ging es dann im Spielboden in Dornbirn (21.10.) doch zur Sache. Revolution Action ;)

Vorarlberg und Umgebung ist mit Noise Musik wenig gesegnet, deshalb war die Freude umso größer Merzbow im Palace in St. Gallen (15.4.) sehen zu können. Ein Brett, ohne Kompromisse, fantastisch. Norbert Möslang legte mit einem ruhigeren, aber sehr hochwertigem Set vor.

Ein paar weitere, erinnerungswürdige Konzerte in chronologischer Reihenfolge: Papaye, Marvin und Shub im TiK in Dornbirn (14.2.), dEUS in der Poolbar in Feldkirch (6.7.), Blue Note (Swing Kids) und Warsaw Wasraw im Feierwerk in München (22.7.) – eher aus nostalgischen Gründen, Envy in der Grabenhalle in St. Gallen (19.10.) und als guter Abschluss, Retox im Schlachthaus in Dornbirn (13.11.).


Nachlese: Highlights 2009 und 2010.



FILME

Zwei atemberaubende Filme, die ich nochmals sehen muss, um sie wohl wirklich zu erfassen, umspannen das Werden: von der Entstehung des Lebens bis zur Vernichtung der Erde. The Tree Of Life ist zwar nicht Terrence Malicks bester Film, aber doch ein herausragender Film des Jahres. Melancholia von Lars von Trier ist eine visuelle Offenbarung: so schön ist noch niemals die Welt untergegangen.


Mit Drive drehte der Däne Nicolas Winding Refn den Kinofilm des Jahres. Ein dunkel neonschimmernder Neo-noir, der bezaubert. Die Tatort-Folge Ausgelöscht vom besten österreichischen Regisseur Harald Sicheritz (mit genialem Cameo) schafft das, was Münster schon lange abhanden gekommen ist. Der beste Tatort aller Zeiten! Da macht es nichts, dass die Polizei von der Mafia hinters Licht geführt wird und die hübsche Chefin unbehelligt über die Reichsbrücke Richtung Osten verschwinden kann ;) Ein Genuss. An dritter Stelle wiederum eine Tatort-Folge: Grabenkämpfe, über die Zerrissenheit der Mittelschicht zwischen Ausbrechromantik und Sicherheitswunsch, dargestellt an Hand des Kommissars Bootz; wir können ihm nicht böse sein. Weitere gute Filme des Jahres sind The Ides Of March (das Herausragende an diesem Film ist, wie wenig überrascht er uns zurücklässt), X-Men: First Class (Popcorn-Kino, das gut sein will), Midnight In Paris (zum Schmunzeln, einer der besseren Filme im Spätwerk von Woody Allen), Contagion (beklemmend) und die Polizeiruf 110-Folge Feindbild (das beste Ermittlerduo im deutschsprachigen Fernsehen).

Sonst schafft es kein Film bei mir auf mindestens sieben von zehn Punkten (imdb), ein schlechtes Kindojahr, wenn man es bspw. mit 2009 vergleicht (hier). Ich hoffe auf weitere Höhepunkte des Kinojahres 2011, meistens entdeckt man Filme erst später, ist ja erst Anfang 2012, oder man sieht sie nochmals und sie erscheinen besser oder schlechter (. Bad Teacher mit Cameron Diaz und Battle Los Angeles (eine reine Militärwerbung) sind übrigens nicht zum Anschauen.

Nachlese: Highlights 2009.

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen